SXEU31 DWAV 211800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Samstag, den 21.03.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Im Süden scheidender Kaltlufttropfen, sonst viel Hochdruckeinfluss. Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... liegt Deutschland nach wie vor am Rande einer schier unendlichen Hochdruckzone (der Begriff "Hochdruckschlauch" wäre aufgrund der schmalen Taille passender), die sich vom mittleren Nordatlantik via UK/Irland, Nord- und Ostsee sowie das Baltikum bis weit nach Russland erstreckt (im Osten der MAX, im Westen der NORBERT). Gestützt wird der "Schlauch" von einem brückenartigen, weil ebenfalls relativ schmalen Potenzialrücken zonaler Ausprägung. Südlich der Divergenzachse strömt von Polen her eine trockene, kontinental geprägte Luftmasse (xPs; vielfach negative Taupunkte) in die Nordhälfte. Das führt dazu, dass sich die noch vorhandenen Wolken- und Hochnebelreste in den nächsten Stunden von Osten her weiter auflösen und der Himmel entsprechend aufklart. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in dieser Luftmasse Nebel bildet, ist um Längen geringer als in der vergangenen Nacht. Dafür muss in weiten Teilen der NO-Hälfte mit leichtem Luft- und gebietsweise (besonders nordöstlich der Elbe) mit mäßigem Bodenfrost gerechnet werden. Im Süden läuft der Hase ein wenig anders als im Norden. Zwar liegt man auch dort am Rande besagter Hochdruckzone, allerdings weist das Isobarenfeld eine kleine, von Frankreich und der Schweiz nordwärts reichende zyklonale Beule auf - ein untrügliches Zeichen, dass irgendwo, wahrscheinlich in höheren Luftschichten, irgendwas im Busche ist. Und tatsächlich, wie so oft bei Hochrandlagen, hat von Osten her ein Höhentief die Südhälfte erreicht, dem es im Bodendruckfeld an entsprechender Korrespondenz fehlt. Oder anders ausgedrückt, wir sprechen hier von einem sogenannten Kaltlufttropfen (KLT), der seinen Ursprung über Nordosteuropa hat, wo er gestern aus einem Trog aus- oder abgetropft ist. Der KLT ist elliptisch konfiguriert und erstreckt sich mit seiner Hauptachse einmal meridional genau über die Alpen hinweg. Bis morgen früh dreht sich das Höhentief um ca. 45° gegen den Uhrzeigersinn, was den nördlichen Part der Ellipse genau über die schöne Schweiz bringt. Die Schauer respektive die schauerartigen Regenfälle, die der KLT tagsüber generiert hat, verlagern sich mehr und mehr in den Südwestquadranten des Vorhersageraums, bevor nach Mitternacht auch dort nicht mehr allzu viel passiert. Vereinzelt mag anfangs auch noch der ein oder andere Blitz dabei sein. Nachfolgend lockert die Wolkendecke von Osten her mehr und mehr auf, lokal bildet sich Nebel. Zudem geht die Temperatur bevorzugt am Alpenrand + höherem Vorland sowie in und an den Mittelgebirgen in den leichten Frostbereich zurück. Wenn´s dumm läuft und es irgendwo noch nicht abgetrocknet ist von den Tagesniederschlägen, besteht Glättegefahr durch gefrierende Nässe - vereinzelt. Sonntag ... kippt der KLT um weitere 45° gegen die Uhr, was ihm am Ende des Tages eine zonale Exposition beschert - südlich der Alpen wohlbemerkt, so dass er für unser Land nur noch peripher und somit weniger als heute wirksam ist. Konkret bedeutet das für den Süden bis in die Mitte ausgreifend heiter bis wolkige Bedingungen, wobei sich die Wolken insbesondere im Südwesten aus Altlasten des KLTs und ergänzend dazu bzw. allgemein darüber hinaus aus Quellungen aus der Grundschicht (maximal bis etwa 850 hPa reichend) rekrutieren. Am Nachmittag besteht im Allgäu sowie im Südschwarzwald eine geringe Schauerneigung. Vor allem im Bereich der ostbayerischen Mittelgebirge, teils bis in den unteren Donauraum ausgreifend, frischt der östliche Wind mitunter stark böig auf mit der ein oder anderen steifen Böe 7 Bft, auf dem Arber bis 8 Bft. Vom Süden in den Norden, wo im Gegensatz zu heute den ganzen Tag die Sonne von einem teils wolkenlosen Himmel scheint. Die Symbiose aus Hochdruckbrücke und frischer Kontinentalluft sorgt für einen enormen solaren Input, der nicht nur für ersten zaghaften Sonnenbrände zur Folge hat, sondern zudem die Temperatur auf 13 bis 17°C steigen lässt. Ähnliche Werte werden auch im Westen und in der Mitte angepeilt, während es in Süddeutschland mit 11 bis 15°C allgemein etwas frischer bleibt. Nach wie vor am kältesten sind allerdings die Küstenabschnitte und Inseln, wo der Wind zuvor einen längeren Weg über die noch kalte Meeresoberfläche zurücklegen muss. Bei östlichen Winden trifft das am ehesten auf die schleswig-holsteinische Ostseeküste zu. Kurz noch ein paar Sätze zur Nacht auf Montag, in der die Hochdruckzone/-brücke geringfügig nach Süden tendiert. Dabei lässt sich über Deutschland eine gewisse "Lustlosigkeit" attestieren, die sich in Form einer eher konturlosen und gradientschwachen Isobarenverteilung widerspiegelt. Gleichwohl verläuft die Nacht in weiten Landesteilen gering bewölkt oder klar, am Alpenrand sowie im Grenzbereich zur Schweiz z.T. auch wolkig bei vergleichsweise geringer Nebelneigung (lokale Nebelfelder ja, aber nichts Überregionales). Und da die Luftmasse nicht nur trocken, sondern von ihrem Ursprung eine kalte ist (T850 gerade mal um 0°C), bleibt auch Nachtfrost ein Thema: leicht in der Luft und nicht selten mäßig am Boden. Frostfrei ist nur in den meisten Ballungszentren sowie gebietsweise im Westen und Nordwesten garantiert. Dort kommen im Nachtverlauf einige hohe und vielleicht sogar mittelhohe Wolken von der Nordsee und den Niederlanden hereingezogen, was der Annäherung der Frontalzone sowie einer schwachen Kaltfront eines fetzigen Sturmtiefs über der Norwegischen See geschuldet ist. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC Montag ... siehe Übersicht von heute Morgen oder wartet bis morgen früh. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Nichts Substanzielles. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Jens Hoffmann