SXEU31 DWAV 020800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 02.03.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: SWa, Übergang zu HM Voraussichtlich keine markanten Wettererscheinungen. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC -------------------------------------------------------------- Montag... liegt Deutschland insgesamt unter hohem Geopotential. Dabei weist vom Mittelmeer ausgehend ein Höhenrücken über das Schwarze Meer hinweg nach Südrussland, ein anderer über Deutschland und den Süden Skandinaviens hinweg zum Nordmeer. Letzterer kann sich im Tagesverlauf kräftigen, gleichwohl hält sich über den Tag hinweg hartnäckig ein abgeschlossenes Höhentief über dem Alpenraum. Sein Zentrum wird aktuell über dem Tessin gesehen, die 560 hPa Isohypse reicht von dort nach Süd-Südwesten bis zu den Seealpen. Im Tagesverlauf schwächt sich das Höhentief ab und zieht nach Tirol, es steuert aber in den Süden etwas feuchtere Luft und sorgt somit für etwas Bewölkung, eventuell auch für den einen oder anderen Schauer unmittelbar am Alpenrand. Im großen Rest des Landes dominiert gradientschwacher Hochdruckeinfluss, wobei das entsprechende Hochdruckgebiet weite Teile des östlichen Mitteleuropas sowie Südosteuropas überdeckt, was bei und niedertroposphärisch für eine südliche Windkomponente sorgt. An dieser Hochdruckkonstellation beißt sich ein Langwellentrog über Westeuropa die Zähne aus. Er zeigt schon jetzt mittels einer ausgeprägten Amplifizierung deutliche Abtropftendenzen, im Tagesverlauf geht dieser Prozess dann erwartungsgemäß über die Bühne und westlich der Iberischen Halbinsel bildet sich ein abgeschlossenes Cut-Off-Tief. Mit dem Langwellentrog korrespondiert ein kräftiger Tiefdruckkomplex über dem Nordostatlantik, dessen weitgehend meridional über Großbritannien orientiertem Frontensystem ebenso wie dem Trog die Kraft für ein weiteres Ausgreifen nach Osten fehlt. Letztendlich bedeutet dies für den überwiegenden Teil Deutschlands eine Hochrandlage mit ruhigem und sonnigen Frühlingswetter. Eine Ausnahme bildet der o. a. schaueraffine äußerste Süden, aber auch der Norden und Nordosten, wo es zwar auch weitestgehend trocken bleibt, über den aber ein paar hohe und mittelhohe Wolkenfelder hinweggesteuert werden. Sie stehen in Verbindung mit der Warmfront des Nordatlantiktiefs, sehr geringer Regen fällt aber allenfalls zu Tagesbeginn. Unter Wolken, also etwas von Nordfriesland bis zur Oder und von den Alpen bis nach Ostbayern werden nur 12 bis 14 Grad erreicht, im übrigen Land sind es 15 bis 18 Grad mit den höchsten Werten am Oberrhein. In der Nacht zum Dienstag kann sich der Hochdruckeinfluss hierzulande weiter stärken. Das abgetropfte Höhentief schiebt sich weiter nach Süden, das nördliche Residuum des Langwellentroges wandert über die nördliche Nordsee in Richtung Skandinavien. Sie machen somit Platz für zwei Höhenrücken, die sich von Westen und Osten in die entstehende Lücke schieben. Entsprechend steigt der Druck über dem Nordostatlantik sowie Westeuropa und es bildet sich bis zum Morgen eine von den Azoren über die Britischen Inseln bis nach Südosteuropa verlaufende Hochdruckbrücke aus. Somit gelangt auch die Kaltfront des Nordatlantiktiefs unter absinken und sie verliert weiter an Kraft. Zum Morgen hin erreichen ihre Wolken zwar die deutsche Bucht, nicht aber die Küste. Vielmehr lösen sich im Verlauf der Nacht unter Absinken die hohen und mittelhohen Wolkenfelder über dem Nordosten Deutschlands zusehends auf. Dafür bilden sich über dem Süden teils dichte Nebelfelder aus. Abgesehen vom Norden, Nordwesten und Westen gibt es häufig leichten Frost bis -3 Grad, mit Bodenfrost muss mit wenigen Ausnahmen nahezu landesweit gerechnet werden. Dienstag... ändert sich an der Wettersituation nichts Durchgreifendes. Über Westeuropa steigt das Geopotential weiter an, ein abgeschlossenes Bodenhoch, das es zu Tagesbeginn über Irland auf knapp 1026 hPa Kerndruck bringt, wandert bis zum Abend zur Nordsee und knackt dabei gerade so die 1030er-Marke. Es bildet damit den nordwestlichen Schwerpunkt eines Großräumigen Hochdruckbereiches, der bis nach Südosteuropa reicht. Die Divergenzachse desselben verläuft über Deutschland etwa von der Emsmündung bis ins Erzgebirge. Nordöstlich dieser Linie kann die unter Hochdruckeinfluss wenig Wetterwirksamkeit entwickelnde Kaltfront bis zum Abend bis in den äußersten Norden Deutschlands vorankommen, allerdings nur mit Wolken, Niederschlag wird von den Modellen keiner simuliert - und bis die Wolken kommen, hat die Sonne lange Zeit zum Strahlen. Diesbezüglich bleibt der Alpenrand die "Problemzone", etwa vom Werdenfelser Land bis nach Berchtesgaden. Denn das kleine Höhentief des Vortages schwächt sich zwar ab, verschwindet aber nicht ganz und somit hält der Zustrom moderat angefeuchteter Luft in den Süden an, was unmittelbar an und in den Alpen einzelne Schauer zur Folge haben kann. Die entsprechenden Wolken erreichen - wenn auch ohne Niederschlag - die Donau. Somit ist der Tag über dem Süden Bayerns nach Nebelauflösung freundlich, aber nicht so hochglanz-sonnig wie im übrigen Land. An den Küsten und im Südosten liegen die Höchstwerte "nur" bei 12 bis 15 Grad, einzelne Abschnitte der Nordseeküste bringen es sogar nur auf Maxima um 9 Grad. Sonst sind es 15 bis 19 Grad, der Oberrhein nimmt dabei wohl wieder die Spitzenposition ein. In der Nacht zum Mittwoch ändert sich an der großräumigen Wetterlage wenig. Das Nordseehoch bewegt sich zögerlich nach Osten, und die Kaltfront kommt noch etwas weiter landeinwärts voran, macht sich aber weiterhin nur durch einen Streifen etwas dichterer Bewölkung bemerkbar, der es bis zum Morgen bis an die Mittelgebirgsschwelle schafft, rückseitig klart es wieder auf. Auch sonst verläuft die Nacht oft klar, gebietsweise werden sich wieder Nebelfelder bilden. Die Temperatur geht in der Südosthälfte, aber auch postfrontal im äußersten Norden teils in den leichten Frostbereich bis -2 Grad zurück, sonst liegen die Minima bei 0 bis 5 Grad. Frost in Bodennähe gibt es ähnlich zur Vornacht wieder recht verbreitet. Mittwoch... und in der Nacht zum Donnerstag liegen die Änderungen der Wetterlage eher im Detail denn in den großräumigen Strukturen. So wandert das kleinräumige Höhentief über den Alpen weiter nach Osten. Schon zum Abend erreicht es das österreichische Burgenland, bevor es in der Nacht über Ungarn hinwegzieht. Damit endet das von ihm getriggerte Einsteuern feuchter Luft in den Süden ebenso wie die moderate Schauerneigung unmittelbar an sowie in den Alpen. Entsprechend bleibt es allgemein trocken, sehr geringe Niederschlagssignale gibt es nur an der weiterhin unter Absinken liegenden Kaltfront. Da sich das großräumige Hochdruckgebiet und mit ihm seine Divergenzachse allmählich nach Osten verlagert, beginnt die Kaltfront über dem Westen unseres Landes als Warmfront rückläufig zu werden. Zum Abend deutet sich in der Folge eine Frontenlage vom Emsland über Nordhessen bis nach Ostsachsen an, am Donnerstagmorgen soll sich die Front dann von der Wesermündung über den Harz bis nach Ostsachsen erstrecken. Dies bedeutet, dass sich die Wolken der Front über Mitteldeutschland ganztägig (und auch in der Nacht) halten, somit sind dort die Chancen auf Sonne an geringsten. Im übrigen Land erwartet uns wieder ein oft wolkenloser oder nur gering bewölkter Himmel, die Höchstwerte liegen im Südwesten bei bis zu 18 Grad, auf den Inseln sind es teils nur 6 Grad. Nachts muss im Norden und Osten sowie im Süden mit leichtem Frost bis -4 Grad gerechnet werden, im Westen sinken die Werte lokal nicht unter 5 Grad. Dazu ist abgesehen vom Westen Nebel wieder eine (Warn-)Option. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die großräumige Wetterlage wird von den Modellen sehr ähnlich gezeigt. Leichte Unterschiede gibt es bezüglich der beiden "Schönheitsfehler". Dies sind einerseits das Höhentief über den Alpen und die damit verbundenen Niederschläge (Ausdehnung, Intensität), andererseits die Kaltfront und ihre Verlagerung am Dienstag und Mittwoch. Da die Front abgesehen von Bewölkung kaum Wetteraktiv ist, sind die Modellunterschiede auch kaum warnrelevant. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Martin Jonas