SXEU31 DWAV 151800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 15.04.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Ruhige Hochdrucklage ohne markante Wettergefahren. Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... liegt Deutschland unter einem Höhenkeil, der sich von den Westalpen über die Nordsee hinweg in Richtung Nordmeer erstreckt und sich infolge von weit im Norden ansetzender Warmluftadvektion nach Ostgrönland ausweitet. Durch diesen Keil wird eine Hochbrücke gestützt, die eine Verbindung zwischen einem Hoch südlich der Azoren über Mitteleuropa hinweg zu einem Hoch über dem Weißen Meer darstellt. Ein markanter Trog, der über Schottland hinweg in die mittlere Nordsee schwenkt, verkürzt die Wellenlänge des Keils, der zudem durch ein Cut-Off-Tief über der Ostsee blockiert wird. Daher hält sich dieser Keil während des gesamten Vorhersagezeitraumes über Mitteleuropa. Diesem Trog ist ein schwaches und mittlerweile okkludiertes Frontensystem vorgelagert, dessen geringe Niederschläge bis Donnerstagfrüh den Nordwesten und den äußersten Westen Deutschlands erfassen. Mehr als 5 mm innerhalb von 12 Stunden sind jedoch unwahrscheinlich. Geringe Niederschläge oder zumindest mehrschichtige Bewölkung kommt durch das Cut-Off-Tief auch in Vorpommern zustande. Ansonsten klart es in einem breiten Streifen vom Nordosten Deutschlands bis in den Südwesten hinein zumindest gebietsweise noch einmal auf. Stellenweise können sich Nebelfelder bilden. In den mittleren Regionen kann sich bei längerem Aufklaren noch einmal leichter Frost in Erdbodennähe einstellen. Donnerstag ... schwenkt der o.g. Trog nach Südnorwegen, wobei dessen südliche Fortsetzung in Form einer leicht zyklonalen Deformation der Strömung im Tagesverlauf Deutschland überquert. Von dieser Struktur wird das ohnehin schwache Frontensystem, das zudem unter antizyklonalen Einfluss gelangt, überlaufen, wodurch dessen Wetterwirksamkeit geringer wird. Vorderseitig wird leicht labile und auch etwas feuchtere Luft eingesteuert. CAPE erreicht dank Einstrahlung 100 bis (nach Nordosten hin) etwa 400 J/kg, der Gehalt an niederschlagbarem Wasser vom Westen bis in den Nordosten hinein 15 bis 20 mm. Das ist nicht viel, aber einzelne Gewitter können sich vor allem dank orografischer Unterstützung dennoch entwickeln. In Bodennähe sind die konvergenten Strukturen nur sehr schwach ausgeprägt, auch mitteltroposphärisch ist kein Hebungsimpuls erkennbar, daher dürfte es sich nur um relativ schwache Einzelentwicklungen handeln, die allenfalls mit Böen Bft 7 einhergehen können. Vorderseitig, aber auch auf der Rückseite der sich auflösenden frontalen Struktur sind größere Auflockerungen zu erwarten. Die Temperaturmaxima erreichen 17 bis 22, an der See und im höheren Bergland Werte um 14 Grad. In der Nacht zum Freitag fällt die Konvektion (sofern welche zustande gekommen ist) rasch in sich zusammen. Letzte schwache Schauer lösen sich über dem Nordosten Deutschlands auf. Im Süden und im Nordosten klart es gebietsweise auf, nachfolgend können sich flache Nebelfelder bilden. Bodenfrost oder gar leichter Frost ist nicht mehr zu erwarten. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC Freitag ... verbleibt Deutschland unter einem Höhenkeil, dessen Achse sich von den Pyrenäen über Mitteleuropa hinweg bis nach Spitzbergen erstreckt. Durch diesen Keil wird die o.g. Hochbrücke gestützt, wobei die Luftdruckgegensätze sehr gering sind. Abgesehen vom Nordwesten, der von den Wolkenfeldern einer schwachen, über die Nordsee hinweg nach Nordosten ablaufenden Warmfront gestreift wird, stellen sich längere sonnige Abschnitte ein. Dies lässt die Temperatur auf 19 bis 24 Grad ansteigen. Nur im äußersten Nordosten, in Küstennähe sowie im höheren Bergland wird es mit 15 bis 18 Grad noch nicht so warm. In der Nacht zum Samstag greift ein weiterer Trog auf die Britischen Inseln über, was eine erneute Verkürzung der Wellenlänge des Höhenkeils zur Folge hat. Dieser wird etwas nach Osten gedrückt, wobei das dann über der nördlichen Ukraine liegende Höhentief (das einst über dem Ostseeraum lag) blockierend wirkt. Für das Bodendruckfeld ergibt sich somit keine nennenswerte Änderung. Allerdings macht sich der sich von Westen nähernde Trog bemerkbar; vorderseitige Hebung lässt auf den Nordwesten und Westen Deutschlands mehrschichtige Bewölkung übergreifen, ohne dass bereits Regen fällt. Im Osten und Süden Deutschlands klart es verbreitet auf. Frost sollte nicht mehr auftreten. Gegenüber den vorherigen Nächten ist auch aufgrund der zunehmenden Austrocknung die Nebelneigung nur noch gering. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Thomas Schumann