SXEU31 DWAV 280800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Samstag, den 28.02.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: Übergang von SWa zu HM Heute im Westen und Nordwesten, kommende Nacht und morgen früh an der Nordsee, in Schleswig-Holstein und später im Ostseeküstenbereich einzelne stürmische Böen. Auf dem Brocken teils schwere Sturmböen. Sonst ab Sonntag wieder zunehmender Hochdruckeinfluss ohne markante Warnungen. Nachts und morgens vor allem in der Südosthälfte sowie in der Mitte örtlich Frost sowie Nebelfelder. Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Samstag... Ein vom Raum Italien ausgehender Höhenrücken hat die Westukraine erreicht und schwenkt langsam weiter ostwärts. Auch die vom Balkan nach Südrussland reichende Hochdruckbrücke wird noch etwas nach Osten abgedrängt. Ursache hierfür ist ein Höhentrog, der von Ostengland nach Nordwestdeutschland schwenkt. Das zugehörige Tief zieht von der südwestlichen Nordsee zum Westausgang des Skagerraks. Seine Kaltfront schwenkt vom westlichen und nordwestlichen Deutschland bis zum Abend nach Ostdeutschland und Baden-Württemberg, ohne große Wetterwirksamkeit in der Mitte und im Süden, da die Front von KLA überlaufen wird (allenfalls ein paar Spritzer Regen im Südwesten). Im Norden kann es aber vorübergehend etwas länger regnen, wobei die Mengen meist unter 5 mm liegen. Der Südosten Deutschlands bleibt noch im Genuss der Warmluft, wobei anfangs die Temperaturen in 850 hPa noch um 5 oder darüber liegen. So erreichen von Bayern bis nach Brandenburg die Temperaturen nochmals 16 bis 20, in der Lausitz vielleicht 21 Grad. Ansonsten werden nur noch 13 bis 15, in Baden 16 Grad erreicht. An der Nordsee ist es mit Werten um 10 Grad kühler. Der Wind frischt im Bereich eines der Kaltfront nachfolgenden Bodentroges im Westen und Nordwesten vorübergehend auf mit steifen, exponiert mit stürmischen Böen. Auf dem Brocken sind teils schwere Sturmböen möglich. Sonst weht der auf Südwest bis West drehende Wind meist nur schwach bis mäßig. In der Nacht zum Sonntag passiert das oben erwähnte Tief ´Doreena´ den Skagerrak in Richtung Südschweden. Der zugehörige Bodentrog schwenkt zügig über Norddeutschland hinweg ostwärts, wobei er etwas an Kontur einbüßt. Gleichwohl bleibt das regional kleine und zeitlich auf ganz kurze Zeit limitierte Windmaximum mit Böen 7 Bft, vereinzelt 8 Bft erhalten und verlagert sich via SH, HH, NDS bis nach Vorpommern, wo es in der zweiten Nachthälfte zuletzt ankommt. Darüber hinaus gilt es zu konstatieren, dass die Kaltfront bis zum östlichen Alpenrand vorankommt, obwohl sie durch leichten Druckfall südlich des Hauptkamms später über den Alpen rückläufig wird. T850 geht auf 0 (SO) bis -4°C (N) zurück, wobei es im Süden, aber auch am Bodentrog im Norden mitunter regnet. Ansonsten steigt der Luftdruck etwas an und die Wolkendecke lockert in der frisch eingeflossen Luftmasse teilweise auf. Tut sie das für längere Zeit, kann sich lokal (Mitte/Westen) Nebel bilden. Dann kann es in der Mitte in einigen Tallagen geringen Frost bis -1 Grad geben und am Boden gibt es häufiger Frost. Sonst liegen die Tiefstwerte zwischen 5 und 1 Grad. Sonntag... starten wir in den meteorologischen Frühling 2026 und tun das mit leichtem Hochdruckeinfluss hinter der nach Osteuropa abziehenden Kaltfront des über die Aland-Inseln ostwärts ziehenden Tiefs. Das Zwischenhoch, das seine Geburtsstunde in der Nacht zuvor im Süden hatte, dockt im Osten an den inzwischen mit seinem Schwerpunkt im Schwarzmeerraum positionierten Hochs HEIKO an, während Richtung Iberische Halbinsel/Atlantik eine lose Verbindung zum Azorenhoch und dessen Keil mit dem Namen IACKEL besteht. Ganz lupenrein ist der Hochdruckeinfluss aber nicht, weil der oben erwähnte, zur nördlichen Ostsee ziehende Trog bei uns ostwärts durchschwenkt. Unter dem Strich bedeutet das nach teils zögernder Nebelauflösung in der Mitte eine nicht gänzlich homogene Mischung aus Sonne und Wolken. Im Süden und Südosten ist der Wolkenanteil allgemein höher, vor allem anfangs kann es hier und da noch etwas regnen. Die höchsten Sonnenanteile sind in einem Korridor zu erwarten, der von Nordbaden, Rheinland-Pfalz und NRW bis hinüber nach Brandenburg und Vorpommern reicht. Noch weiter im Nordwesten ziehen im Tagesverlauf bereits wieder neue Wolken auf, aus denen am Abend bei Borkum erste Tropfen fallen können. Weit nach Osten ausgreifende WLA vorderseitig eines sich südlich Islands einstellenden Sturmtiefs sowie die Annäherung von Fronten (zunächst eine Alt-Okklusion des Vorgängertiefs, dann die Warmfront des neuen Tiefs) sind die antreibenden Faktoren, die im äußersten Norden und Nordwesten auch in der Nacht zum Montag noch greifen. Temperaturmäßig steuern wir auf 10 bis 15°C zu, ganz oben im Norden und in höheren Lagen der Mittelgebirge frischer. Die Nacht zum Montag bringt in der Südosthälfte Deutschlands bis zur Mitte bei längerem Aufklaren leichten Frost und örtlich Nebel, teils mit Sichtweiten unter 150 m. Im Nordwesten werden dagegen +6 bis +1 Grad erreicht. Im äußersten Norden kann es örtlich etwas regnen durch die oben erwähnte Warmfront des Islandtiefs. Der Wind spielt keine große Rolle. Lediglich auf der Nordsee frischt er mit vorübergehender Rückdrehung auf Süd eingangs der Nacht mal etwas stärker auf, ohne warnwürdig zu werden. Montag... Der zum Islandtief gehörende Trog tropft bis Tagesende zum Seegebiet südwestlich von Portugal ab und der Rest-Trog erreicht Schottland, während das nunmehr hochreichende Tief das Meeresgebiet nordöstlich von Island erreicht. Der dem Trog vorgelagerte Höhenrücken schwenkt, ausgehend vom westlichen Mittelmeer, nach West- und Norddeutschland, wo sich sogar ein flaches, aber abgeschlossenes Höhenhoch bildet. Das mitteleuropäische Bodenhoch verlagert sich nach Tschechien und ein Teil zur Westukraine. So dreht in der unteren Troposphäre die Strömung auf Süd bis Südost und damit kann allmählich wieder wärmere Luft zu uns kommen oder die Luft erwärmt sich durch Absinken. So scheint nach teils zögernder Nebelauflösung längere zeit die Sonne, wenn man von der Ostseeküste und Schleswig-Holstein einmal absieht. Auch im Südosten halten sich anfangs noch Wolken bedingt durch den Randbereich eines kleinen Cut-Off-Tiefs über Österreich. Damit kann es in den Alpen auch noch etwas regnen, oberhalb 1600 m auch schneien. Ansonsten scheint nach teils zögernder Nebelauflösung längere Zeit die Sonne. Mit Höchstwerten zwischen 10 Grad an der Küste sowie in mittleren Lagen des Bayerischen Waldes und 18 Grad im Rheinland wird es bereits etwas wärmer. In der Nacht zum Dienstag entfernt sich das Höhentief auch bei ICON-EU etwas und so lassen die Schauer in den Alpen nach, aber es halten sich wohl im Südosten einige Wolkenfelder. Ansonsten ist es abgesehen von dünnen hohen und mittelhohen Wolkenfeldern meist klar. Später bildet sich vor allem im Süden und in der Mitte wieder größere Nebelfelder. Ähnlich wie in der Nacht zuvor gibt es in der Südosthälfte Deutschlands örtlich leichten Frost und recht verbreitet Bodenfrost. Im Nordwesten liegen die Tiefstwerte zwischen 6 und 1 Grad. Der Wind weht schwach, im Nordwesten mäßig aus Südost bis Süd. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die externen Modelle simulieren die großräumige Lage ähnlich wie ICON-EU. Lediglich das kleine Cut-Off-Tief über dem südöstlichen Mitteleuropa wird leicht unterschiedlich berechnet, was sich aber warnungstechnisch kaum bemerkbar macht. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Olaf Pels Leusden