SXEU31 DWAV 241800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Freitag, den 24.04.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Kommende Nacht und am Samstag im Norden und Nordosten windig bis stürmisch. Sonst unter Hochdruckeinfluss ruhiges Wetter. Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... reicht ein Höhenrücken vom Südwesten Europas und dem zentralen Mittelmeerraum über Frankreich und Deutschland hinweg bis zu den Britischen Inseln und in einem schmalen Schlauch darüber hinweg bis nach Grönland. Dadurch gestützt wird das umfangreiche Hoch ULI, das mit seinem Schwerpunkt mittlerweile über der Grönlandsee liegt, von dem aus aber ein Hochkeil über Großbritannien hinweg in Richtung Deutschland gerichtet ist. Dieser hat heute in weiten Teilen des Landes für sonniges und trockenes Wetter gesorgt, einzig im Norden und Osten hielt sich unterhalb einer mächtigen Absinkinversion zwischen 950 und 900 hPa gebietsweise dichtere Stratusbewölkung. In der kommenden Nacht wird der Höhenrücken von Norden ein wenig abgebaut, denn durch einen Kaltluftvorstoß weitet sich ein Höhentrog über Skandinavien südwärts aus. Damit verbunden ist vorderseitig die Bildung eines Bodentiefs (YLVI), das in der Nacht unter weiterer Intensivierung von Nordschweden in Richtung Südfinnland ziehen wird und dort einen Kerndruck von knapp unter 995 hPa aufweist. Auch hierzulande fällt der Druck etwas, in weiten Teilen bleibt aber der Hochkeil wetterbestimmend. Dennoch nimmt der Druckgradient zwischen dem Keil und Tief YLVI über dem Norden und Nordosten Deutschlands deutlich zu und der Wind aus Nordwest frischt dort merklich auf. So treten an der Nordsee etwa von der Wesermündung bis nach Nordfriesland sowie entlang der Ostseeküste Böen Bft 7 auf, auf Sylt und Rügen sind gegen Morgen auch erst stürmische Böen Bft 8 zu erwarten. Im Westen und Süden bleibt es im Bereich der Achse des Hochs schwachwindig. Abgesehen davon bildet sich im Norden und Osten erneut Hochnebel bzw. tiefe Bewölkung aus, die sich unterhalb der Inversion wieder ausbreitet. In den mittleren Landesteilen kann sich bei windarmen Verhältnissen stellenweise flacher Bodennebel ausbilden. Abseits davon gestaltet sich die Nacht dort aber klar, so auch im Süden, wo die Luft für Nebel zu trocken ist. Durch das insgesamt etwas angestiegene Temperaturniveau tritt Frost bis -2°C nur noch in der Mitte und im Süden in einigen Tal- und Muldenlagen sowie im südlichen Alpenvorland auf. In Bodennähe muss in den klaren Regionen hingegen verbreitet mit leichtem Frost gerechnet werden. Unter den dichten Wolken im Norden und Nordosten bleibt es mit 7 bis 1°C milder. Samstag ... setzt sich die Austrogung über Skandinavien noch etwas weiter fort, wobei der Trog im Tagesverlauf in Richtung Ostsee und Baltikum schwenkt. Das Tief YLVI liegt am Ende des Tages mit einem Kerndruck knapp unter 990 hPa etwa über dem Finnischen Meerbusen. Der Druckgradient über dem Nordosten Deutschlands nimmt noch etwas zu und der Nordwestwind frischt weiter auf. So treten dann von der Nordseeküste und Schleswig-Holstein über das nördliche Niedersachsen bis nach Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg Böen Bft 7 auf. Zudem sind von Nordfriesland und Angeln über Fehmarn bis nach Vorpommern stürmische Böen oder gar Sturmböen Bft 8 bis 9 zu erwarten. Für letzteres sind die Wahrscheinlichkeiten seitens ICON-D2 EPS besonders von Fehmarn bis in das nördliche Vorpommern deutlich erhöht. Zudem greift bereits in den Frühstunden die Kaltfront von YLVI von Norden über und kommt bis zum Abend etwa bis zu einer Linie Nordsee-Südbrandenburg voran. Da sie aber in ein antizyklonales Umfeld gerät und die Bewölkung im Norden ohnehin schon dicht ist, wird sie als solche kaum spürbar sein. Vielleicht gibt es hier und da mal einen Spritzer Regen auf die Nase, mehr wird es aber auch nicht sein. Rückseitig der Kaltfront lockert die Bewölkung im Norden und Osten von der See auf. Postfrontal fließt ein neuer Schwall kälterer Luft ein. Entsprechend liegen die Höchstwerte im Norden zwischen 9 und 14 Grad. Von Süden werden die nächtliche Bewölkung und etwaige Nebelfelder bereits am Vormittag rasch gelichtet, sodass von der Mitte bis in den Süden erneut ein wolkenloser Himmel zu erwarten ist. Die Temperatur erreicht Höchstwerte zwischen 17 und 23 Grad, im Südwesten teils bis 24 Grad. In der Nacht zum Sonntag zieht der Höhentrog über Polen und das Baltikum ostwärts ab und rückseitig kann sich der Höhenrücken wieder stärken. Auch das Bodenhoch kräftigt sich und so reicht der Schwerpunkt vom Nordmeer über die Nordsee bis nach Deutschland hinein. Das Bodentief zieht ebenfalls weiter ostwärts und so fächert der Gradient bereits in der ersten Nachthälfte auf und der Wind lässt wieder deutlich nach. An exponierten Küstenabschnitten treten noch einzelne Böen Bft 7 aus Nordwest auf. In der zweiten Nachthälfte sind keine warnwürdigen Böen mehr zu erwarten. Die Kaltfront ist thermisch noch ausmachbar und erreicht die mittleren Landesteile als Streifen mit dichterer Bewölkung. Niederschlag ist weiterhin nicht zu erwarten. Abseits davon gestaltet sich die Nacht überwiegend klar. Frost tritt nur sehr lokal, Bodenfrost erneut gebietsweise auf, wobei die Gefahr hierfür im Osten und Nordosten durch den anfänglich noch lebhaften Wind gering ist. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC Sonntag ... ergeben sich keine Änderungen zur Frühübersicht. Uns erwartet ein ruhiger, sonniger und trockener Sonntag. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Der Modellvergleich zeigt keine signifikanten Unterschiede. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Johanna Anger