SXEU31 DWAV 280800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Samstag, den 28.03.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: TrM Heute Durchzug eines Niederschlagsbandes, im Bergland etwas Schnee, an den Alpen bis Sonntag anhaltend. Am Sonntag Zwischenhocheinfluss, bereits in der Nacht zum Montag erneuter Trogvorstoß nach Mitteleuropa mit Schauern und Gewittern, im Bergland Schnee, im Stau der Alpen bis Dienstag eventuell markante Neuschneemengen. Auf den Bergen Sturmböen, exponiert schwere Sturmböen, Montagfrüh vorübergehend auch an der Nordsee. Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Samstag... hat sich das Thema Zwischenhocheinfluss bereits wieder erledigt. Mit Übergreifen eines Höhentroges von den Britischen Inseln auf die Nordsee wird der aktuell in etwa über der Landesmitte gelegene, für die gestrige Wetterberuhigung verantwortliche schmale Höhenkeil immer mehr in die Zange genommen, zumal er aufgrund der blockierenden Wirkung eines umfangreichen Höhentiefs über dem Balkan kaum mehr nach Süden ausweichen kann. Übrig bleibt am Nachmittag/Abend eine schmale Potenzialbrücke über dem Alpenraum, während die Achse des Troges dann von der Nordsee her auf Frankreich, Benelux und die Deutsche Bucht übergreift. Auch dieser wird blockiert durch die Höhentief-Rücken-Konfiguration über Süd- bzw. Osteuropa, somit zunehmend eingebremst und weitet sich stattdessen über Frankreich hinweg nach Südwesten aus. Dem Trog vorgeschaltet ist das inzwischen weitgehend okkludierte Frontensystem des Tiefs "NGA", welches sich als Dipol über dem Nordmeer und der Norwegischen See befindet und im Tagesverlauf langsam etwas nach Norden bzw. Osten vorankommt. Die teilokkludierte Kaltfront hat inzwischen den Nordwesten überquert, verliert aber innerhalb der mit Amplifizierung des Troges weiter aufsteilenden südwestlichen Höhenströmung an Schubkomponente und arbeitet sich nur noch langsam südostwärts vor. Abends erreicht sie etwa eine Linie Ostvorpommern-Südbaden. An sie gekoppelt ist ein mehr oder weniger breites Niederschlagsband, wobei die überwiegend skaligen Niederschläge - typisch für eine Anafront - hauptsächlich mit Passage der Front bzw. postfrontal auftreten. Somit bleibt es vom Osten und Süden Brandenburgs über weite Teile Sachsens bis in den Osten und Süden Bayerns bis zum Abend noch trocken, dazu scheint dort in einigen Regionen auch noch länger die Sonne. Der Front folgt unmittelbar ein Schwall maritimer Polarluft mit T850 hPa zwischen -3 und -5 Grad. Entsprechend fällt in den Mittelgebirgen Schnee, auch in den Niederungen können anfangs ein paar nasse Schneeflocken bzw. Schneeregen auftreten. Meist schwankt die Schneefall- bzw. "Liegenbleib"grenze jedoch zwischen 400 und 600 m. Die Mengen in den Mittelgebirgen fallen insgesamt nur gering aus, meistens reichen Glättewarnungen vor Schneematsch oder geringen Neuschnee aus. In den zentralen und nachmittags dann auch in den südwestdeutschen Mittelgebirgen fallen gebietsweise aber bis zu 5 cm Neuschnee, in einigen Staulagen eventuell auch etwas mehr. Postfrontal ist es aktuell im Nordwesten bereits wieder trocken, allerdings nähert sich unmittelbar vorderseitig des Troges gelegenes Band mit Schauern, die vormittags und mittags den Westen und Nordwesten überqueren und bis zum Abend das Niederschlagsgebiet quasi einholen. Mit Annäherung des Troges geht auch die Advektion höhenkalter Luft über dem Westen und Nordwesten des Landes einher (T500 hPa um -30 Grad), so dass die Luftmasse dort labilisiert und auch kurze Graupelgewitter nicht ganz ausgeschlossen sind. Zumindest haben I-D2 und SuperHD vereinzelte auf der Agenda. Nach Abzug der Schauer setzt sich am Nachmittag dann aber vor allem vom Emsland bis zur Nordsee wieder häufiger die Sonne durch. Der Wind frischt zwar unmittelbar präfrontal bzw. mit Frontpassage vor allem vormittags böig aus Südwest bis West auf, ehe der Gradient später aufweicht. Warnrelevant ist er aber nicht, lediglich auf dem Brocken reicht es aktuell für die Bft 8. Während es präfrontal vor allem in der Lausitz und im Osten Bayerns mit Maxima zwischen 8 und 12 Grad relativ mild wird, liegen die Höchstwerte im Regenband meist nur zwischen 4 und 8 Grad, im Bergland dort knapp über 0 Grad. Postfrontal schafft es das Quecksilber am Nachmittag an Rhein und Ems erneut auf knapp zweistellige Werte. In der Nacht zum Sonntag tropft der Trog über den östlichen Pyrenäen aus, das nördliche Residuum kommt über dem Vorhersagegebiet kaum mehr südostwärts voran und wird von einem nachrückenden Höhenkeil, der morgens die Nordsee erreicht, zunehmend in die Zange genommen. Die teilokkludierte Kaltfront kämpft sich nur langsam Richtung Alpen vor und verliert an Wetteraktivität, zumal von Frankreich her ein recht robuster Bodenhochkeil unmittelbar nachfolgt und sich über die Landesmitte ostwärts ausweitet. Die Niederschläge erfassen somit allmählich auch den Süden und Osten Bayerns sowie den Osten Brandenburgs und Sachsens, im ostbayerischen Mittelgebirgsraum sowie in der Lausitz kommt aber kaum mehr was an. Mit der anhaltenden Kaltluftadvektion sinkt die Schneefallgrenze noch etwas ab auf etwa 300 bis 400 m, in Südbayern also oft bis in tiefe Lagen. Zunächst im Stau der Schwäbischen Alb, in der zweiten Nachthälfte dann vor allem im Allgäu und im Werdenfelser Land kann es auch etwas kräftiger schneien mit mehr als 5 cm Neuschnee bis Sonntagvormittag, im Stau der Alpen westlich der Isar auch über 10 cm. Sonst fallen in der Regel nicht mehr als 1 bis 5 cm. Im Rest des Landes klingen die Niederschläge dagegen rasch ab, lediglich ganz im Nordwesten und Westen kann es mit einem weiteren Bodentrog samt eingebetteter Kaltfront nochmals vorübergehend vereinzelte Schauer geben. Ansonsten lockern die Wolken auf und es muss vielerorts mit leichtem Frost gerechnet werden, insbesondere im Bergland auch mit Glätte. Sonntag... greift der Hochkeil über der Nordsee rasch auf das Vorhersagegebiet über, während bis zum Abend bereits ein weiterer Höhentrog von Nordwesten her die Nordsee erfasst und die Frontalzone dann bei einem Aufsteilen der Höhenströmung über dem nahen Ostatlantik auf die südliche Nordsee gerichtet ist: Ein weiterer markanter Trogvorstoß Richtung Mitteleuropa steht somit in der Nacht zum Montag ins Haus. Der Sonntag steht aber zunächst einmal im Zeichen einer deutlichen Wetterberuhigung. Der von Frankreich über Deutschland bis ins östliche Mitteleuropa gerichtete Bodenhochkeil verstärkt sich noch etwas, wird aber mit Übergreifen der Frontalzone rasch nach Süddeutschland abgedrängt. Dort löst sich die teilokkludierte Kaltfront somit auf, an den Alpen und im südlichen Alpenvorland schneit es aber bis zum Abend weiter, mit allerdings deutlich abnehmender Intensität. Bis zum Nachmittag fallen in Lagen über 600 m dort gebietsweise nochmals um 5 cm Neuschnee, im Stau auch mehr. Südlich der Donau halten sich oft noch dichte Wolkenfelder. Ansonsten bleibt es nach letzten Niederschlägen am Erzgebirge meist trocken und vielerorts setzt sich auch die Sonne durch, wobei sich unterhalb der Absinkinversion (erneut in etwa 800 hPa) rasch flache Quellwolken bilden. Lediglich im Nordseeumfeld und in Schleswig-Holstein reicht es eventuell noch für den ein oder anderen schwachen Schauer. Von Norden her verstärkt sich im Tagesverlauf bereits wieder der Druckfall und das Frontensystem des mit dem Trogvorstoß korrespondierenden Bodentiefs "ODILE" bei Island greift abends auf die mittlere Nordsee über. Präfrontal zieht am Nachmittag und Abend im Nordwesten bereits mehrschichtige Bewölkung auf, es sollte aber noch weitgehend trocken bleiben. Der Gradient beginnt sich zu verschärfen und im Nordseeumfeld (Helgoland, Nordfriesland) kann es abends erste steife Böen aus Südwest geben. Die Luftmasse kann sich niedertroposphärisch nur wenig erwärmen (T850 hPa um -4 Grad), dennoch wird es mit guter Durchmischung und bei längerem Sonnenschein vor allem im Westen, entlang der Rheinschiene und am Untermain sowie im Bereich der Norddeutschen Tiefebene mit Höchstwerten zwischen 9 und 12 Grad recht mild, während an den Alpen und im südlichen Vorland keine 5 Grad erreicht werden. In der Nacht zum Montag greift der Höhentrog von der Nordsee her unter rascher Amplifizierung auf Deutschland über. Das okkludierende Frontensystem des langsam Richtung Nordmeer bzw. Norwegische See ziehenden Tiefs überquert den Norden und Westen des Landes und erreicht morgens bereits in etwa eine Linie Südpfalz-Ostvorpommern. Präfrontal breiten sich die Niederschläge rasch südostwärts aus, morgens ist es lediglich in der Lausitz, am Erzgebirge sowie im Südosten und Süden Bayerns bis nach Oberschwaben noch trocken. Im noch vorhandenen, etwas "abgehobenen" Warmsektor" des Frontensystems steigt die 850 hPa-Temperatur nur noch auf -3 bis -2 Grad, ehe sie postfrontal wieder etwas zurückgeht, entsprechend schwankt die Schneefallgrenze meist zwischen 400 und 600 m. Darüber fallen meist nur wenige Zentimeter Neuschnee, lediglich im Oberharz deutet I-EU etwas kräftigere Schneefälle mit mehr als 5 cm in wenigen Stunden an. Postfrontal lockern die Wolken im Westen und Nordwesten nur kurz auf, denn es folgt unmittelbar der Trog mit labil geschichteter Höhenkaltluft und entsprechend auch mit Schauern sowie einzelnen Graupelgewittern. Der Wind frischt zunächst an der See und im Bergland, mit Frontpassage dann auch in den Niederungen West- und Norddeutschlands sowie der Mitte aus westlichen Richtungen auf. Über der Nordsee kann es präfrontal vorübergehend Sturmböen (Bft 8 bis 9, Nordfriesland nach Lesart des I-EU sogar kurz mal Bft 10) geben, postfrontal dreht der Wind dort auf Nordwest und flaut rasch wieder ab. Auch in den Kamm- und Gipfellagen vieler Mittelgebirge gibt es stürmische Böen bzw. Sturmböen, exponiert schwere Sturmböen (Bft 10). In den Niederungen reicht es meist nur für steife Böen (Bft 7), wenn überhaupt. Im Südosten und Süden gibt es nochmals leichten Frost, sonst reicht es dafür lediglich in den Hochlagen der Mittelgebirge. Montag... führt ein breiter, allmählich auf West- und Nordwesteuropa übergreifender Höhenrücken zu einem weiteren Aufsteilen der mehr und mehr auf Nord bis Nordwest drehenden Höhenströmung westlich von uns, so dass der Höhentrog mehr nach Süden, Richtung Italien/Adria, amplifiziert, als über dem Vorhersagegebiet nach Osten voranzukommen. Abends erreicht dessen Achse grade so das deutsch-polnische Grenzgebiet. Das korrespondierende Bodentief kommt über der Norwegischen See kaum mehr nach Osten voran, füllt sich langsam auf bzw. zerfällt in mehrere Kerne. Die teilokkludierte Kaltfront überquert nun auch die Osthälfte und erreicht die Alpen. Ihr folgt in breitem Strom maritim erwärmte Polarluft mit etwa -3 bis -5 Grad in 850 hPa (GFS um ein bis zwei K kälter als ICON-EU). Diese ist im Trogbereich hochreichend labil geschichtet (in 500 hPa -30 bis -35 Grad), so dass sich postfrontal zahlreiche Regen- und Graupelschauer, im Bergland auch Schneeschauer entwickeln. Innerhalb der gut durchmischten Luftmasse liegt die Schneefallgrenze meist bei etwa 600 m, lediglich bei intensiveren Schauern kann es auch in tieferen Lagen kurzzeitig mal schneien. In den Staulagen einiger Mittelgebirge können bis zum Abend ein paar Zentimeter zusammenkommen (vor allem Harz, Rothaargebirge, Sauerland und später im Schwarzwald), meist dürften aber Glättewarnungen ausreichen. Erst ab dem späten Nachmittag/Abend beginnt es dann im Stau der Alpen (zunächst vor allem im Allgäu) kräftiger schneien. Die Schauer werden häufig auch begleitet von kurzen Graupelgewittern mit Böen Bft 7 bis 8. Apropos Wind: Der frischt vor allem im Westen, Süden und in der Mitte auch außerhalb der Schauer böig auf mit Böen Bft 7 aus West bis Nordwest, im Alpenvorland kann es vor allem vormittags/mittags vor Eintreffen der Kaltfront durch den Leitplankeneffekt auch stürmische Böen, exponiert Sturmböen (Bft 8 bis 9) geben. Ähnliches gilt für die Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen, auf exponierten Gipfeln sind vorübergehend schwere Sturmböen (Bft 10) nicht ausgeschlossen. Spätnachmittags und abends flaut der Wind rasch wieder ab. Die Maxima schwanken innerhalb der gut durchmischten Luftmasse meist zwischen 6 und 11 Grad, im höheren Bergland knapp über 0 Grad. In der Nacht zum Dienstag wird der Höhentrog durch den umfangreichen Rücken über Russland blockiert und beginnt langsam, in mehrere Drehzentren zu zerfallen. Dienstagfrüh befindet sich dessen Achse knapp östlich des Vorhersagegebietes, wobei sich an dessen Westflanke ein recht markanter Kurzwellentrog über Südwestnorwegen ins Kattegat verlagert. Somit stellt sich über dem Vorhersagegebiet zwischen dem Trog und dem breiten, inzwischen auf die Britischen Inseln und das Nordmeer übergreifenden Rücken eine zunehmend auf Nord drehende, recht glatte, im Norden später mit Übergreifen des Kurzwellentroges zyklonal konturierte Höhenströmung ein. Auch in 700 hPa dreht die Strömung zunehmend auf Nordwest bis Nord, so dass sich an den Alpen eine Staulage einstellt und es dort länger anhaltend schneit und die Schneefallgrenze in die Täler sinkt. Diese dauert wohl auch den Dienstag tagsüber noch an, so dass dort markante Neuschneemengen zu erwarten sind. Auch sonst bleibt die Luftmasse labil geschichtet, mit fehlender Einstrahlung klingen die Schauer aber im Laufe der Nacht ab. Eventuell führt der oben erwähnte Kurzwellentrog über dem Nordwesten und Norden des Landes aber später wieder zu einem leichten Aufleben der Schauertätigkeit, kurze Gewitter nicht ausgeschlossen. Wie auch immer - die advehierte Luftmasse kühlt in 850 hPa noch ein wenig ab, vor allem im Stau der Mittelgebirge kann es oberhalb von 400 m noch etwas Neuschnee und Glätte geben. Bei aufgelockerter Bewölkung und mit Abflauen des Windes ist auch in den Niederungen stellenweise leichter Frost möglich und Glätte durch Überfrieren nicht ausgeschlossen. Der Wind spielt warntechnisch kaum mehr eine Rolle, an der Nordsee kann es noch einzelne steife, im Bergland stürmische Böen aus Nordwest geben. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Bis auf Detailfragen fahren die Modelle einen einheitlichen Kurs. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Jens Winninghoff