SXEU31 DWAV 301800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Freitag, den 30.01.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Zweiteilung: Kalter und eher trockener Nordosten und milder, zeitweise nasser Westen und Südwesten. Vor allem im Grenzbereich bei gefrierendem Regen lokal Glatteis. Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... ist die seit Tagen vorhandene Blockierung durch Hoch DANIEL im skandinavisch-russischen Sektor auch in der Kurzfrist ohne substanzielle Änderung weiterhin persistent. Unterstützung findet sie durch einen Keil, der vom Balkan bis nach West-Skandinavien aufragt und der in den nächsten Tagen ohne große Bewegung dort liegen bleibt. So werden Trog- und Tiefdruckavancen vom Atlantik wirkungsvoll davon abgehalten, weiter in den europäischen Kontinent vorzudringen. Im Prinzip ist etwa über Deutschland Feierabend bei den Fronten oder die Tiefdruckgebiete müssen über das Mittelmeer ausweichen. Konkreter liegen am heutigen Freitagabend immer noch Feuchtereste einer in den Bodenwetterkarten schon länger nicht mehr zu findenden Okklusion des Tiefs OPIKA mit Zentrum knapp nordwestlich der Britischen Inseln über dem Nordosten Deutschlands. Sie bringen in einem Streifen von der ostholsteinischen Ostseeküste bis zur Lausitz mit abnehmender Tendenz geringe Schneefälle, wobei die Neuschneehöhen kaum noch einen Zentimeter erreichen. Eine zweite Okklusion des Tiefs hat mit einem Randtrog in den Nachmittagsstunden mit Regen-, in höheren Lagen Schneefällen auf den Westen und Südwesten Deutschlands übergegriffen. Die Schneefallgrenze liegt bei rund 800 m und steigt im Laufe der Nacht unter Zufuhr etwas milderer Luft aus dem Westen mit T850 hPa knapp über 0 Grad noch ein wenig an. Die sich dabei ebenfalls abschwächenden Niederschläge kommen bis zum Morgen nur noch langsam nordostwärts bis in die Mitte voran. Größere Schneeakkumulationen gibt es damit nicht, vielleicht reicht es im Allgäu anfangs noch für den einen oder anderen Zentimeter. Ansonsten fällt ein wenig weiter unten Regen, örtliches Glatteis durch gefrierenden Regen nicht ausgeschlossen, aber auch nicht häufig angezeigt von den Modellen. In der zweiten Nachthälfte zieht im Westen, zum Morgen hin auch im Südwesten eine dritte Okklusion, wieder angetrieben durch einen weiteren Randtrog, mit leichten Niederschlägen auf. Diese Okklusion gehört zum nächsten Tief namens PATRICIA I mit Zentrum am Samstagmorgen über dem westlichen England. Die Schneefallgrenze liegt im Westen bei 600 bis 800 m und im Südwesten bei 800 bis 1100 m. Folglich gibt es mehrheitlich Regen, in tiefen Lagen ist dieser meist unkritisch, in etwas höheren Lagen aber mit erhöhter Gefahr durch örtliches Glatteis verbunden. Die Schneefälle in höchsten Lagen taugen wiederum angesichts der Niederschlagsmengen kaum für Neuschnee, eventuell können im Schwarzwald lokal 1 oder 2 cm zusammenkommen. In den Regionen dazwischen bzw. nordöstlich der Niederschlagsgebiete bleibt es größtenteils trocken, die Wolken lockern allerdings nur gelegentlich auf, lokal bildet sich jedoch Nebel. Mit dem erhöhten Gradienten in Richtung des hohen Drucks und dem supergeostrophischen Ausfließen aus dem Hoch sind an der See steife Böen um 55 km/h (Bft 7), exponiert stürmische Böen um 65 km/h (Bft 8) aus Ostsüdost zu erwarten. Sonst weht schwacher, im zentralen Bergland und im Norden teils mäßiger Ost- bis Ost-Südostwind. Die Temperaturen sinken in der milderen Luft im Westen und Südwesten auf 4 bis 0, in der Strömung mit kontinentaler Kaltluft im Nordosten auf 0 bis -7 Grad. Samstag ... kippt der Rücken über Skandinavien ein wenig in nordöstliche Richtung, Hoch DANIEL bleibt aber etwa an gleicher Stelle quasistationär. Die Okklusion im Westen wird an der Südwestflanke des Hochs auf einen nordwestlichen Kurs gezwungen, womit sich die Niederschläge auf den Westen (vornehmlich vormittags) und den Nordwesten (vornehmlich nachmittags) konzentrieren. Vor allem am Ostrand des Niederschlags hin zur kälteren Luft ist Schnee oder gefrierender Regen bis in tiefe Lagen möglich, weiter westlich fällt meist Regen. Nennenswerte Neuschneemengen sind weiterhin nicht wahrscheinlich. Die Schneefälle im Nordosten lassen auch noch nicht gänzlich nach, bis zum Mittag flöckelt es noch ein wenig unergiebig etwa in einem Bereich von der ostholsteinischen Ostseeküste bis knapp ran an Berlin. In den anderen Gebieten ist es meist trocken, größere Auflockerungen treten aber nur am Alpenrand auf. Beim Wind ändert sich im Vergleich zur Nacht davor kaum was: Schwacher Wind im Süden und in der Mitte, nach Norden hin teils mäßiger Wind, an den Küsten steife, exponiert stürmische Böen (Bft 7 bis 8). Windrichtung anhaltend Ost bis Ost-Südost. Weiterhin Bestand hat der nicht geringe Temperaturunterschied zwischen dem kalten Nordosten mit Dauerfrost zwischen 0 und -5 Grad und den milderen anderen Regionen mit Höchstwerten zwischen 1 und 11 Grad. In der Nacht zum Sonntag zieht ein neuer Randtrog auf nordöstlichem Kurs von den Britischen Inseln in Richtung Nordsee. Es führt die neue Okklusion ein kleines Stück weiter Richtung Osten, sodass die zugehörigen Niederschläge bis zum Morgen bis auf eine Linie Deutsche Bucht - Weserbergland - Rhein-Main-Gebiet - Schwarzwald vorankommen. Die Niederschlagsmengen werden beim Anrennen gegen die Blockierung immer geringer, mehr als 0 bis 2 l/qm gibt es nicht. Dabei ist wieder Schnee bis in tiefe Lagen möglich, allerdings auch gefrierender Regen. Wann wo welcher Niederschlag auftritt, ist nach aktuellem Stand aber kaum näher zu differenzieren. Weiter nach Osten bleibt es größtenteils trocken, Auflockerungen bleiben jedoch nach wie vor selten. Örtlich kann es zu geringem Sprühregen, etwas Schneegriesel sowie Glätte kommen. Darüber hinaus ist lokaler Nebel möglich. Der kaum veränderte Wind schwächt sich an den Küsten allmählich ab, steife Böen (Bft 7) treten aber immer noch auf. Die Temperaturen sinken auf 3 bis 0 Grad im Westen, sonst auf 0 bis 7, im Nordosten auf -7 bis -11 Grad. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC Sonntag ... im Vergleich zur Frühübersicht ergeben sich keine nennenswerte Unterschiede: Eiskalt bzw. noch kälter werdend, dabei meist trocken mit teilweisen Auflockerungen im Nordosten, milder oder deutlich milder mit lokal geringen Niederschlägen in den anderen Regionen. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren recht ähnlich, Unschärfen in den schwachen Niederschlägen oder deren Phase sind handelsüblich, sodass Warnungen vor allem bezüglich Glatteis zum Teil im Nowcast abgefangen werden müssen. Zudem sind ICON13 und ICON6 am Sonntag etwas progressiver bei den Niederschlägen als ECMWF und GFS. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Simon Trippler