SXEU31 DWAV 070800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Samstag, den 07.03.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: Keine markanten Entwicklungen. Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Samstag... steht ganz im Zeichen von Hochdruckeinfluss über Deutschland und Mitteleuropa. Dabei reicht ein Höhenkeil vom Balkan nach Nordwesten mit einem abgeschlossenen Höhenhoch über SW Deutschland. Die entsprechende Bodenhochdruckzone überdeckt große Teile von Südosteuropa und von dort ausgehend reicht sie mit eigenen Hochparzellen bis zur Nordsee und nach Südskandinavien. In ihrem Bereich hält das ruhige, tagsüber sehr milde Frühlingswetter auch am Wochenende an. Das Absinken hat die Inversion weit nach unten gedrückt, was in regional sehr unterschiedlichen Frühtemperaturen deutlich wird. Besonders in der Osthälfte tritt leichter Frost auf, während nach Westen die Werte lokal bei +10°C liegen. Zudem hat sich gebietsweise Dunst oder Nebel gebildet, der sich aber tagsüber bald lichten sollte. Dann scheint meist die Sonne, aber nicht ganz ungestört, weil neben einigen Cirren auch Saharastaub in der Luft ist, der den Himmel etwas milchig, dunstig erscheinen lässt. Darüber hinaus ist ein schwacher Tiefausläufer über der Nordsee und Benelux angekommen, der sich dort in tiefer Bewölkung und schlechten Sichten bemerkbar macht. Er kommt tagsüber langsam ostwärts nach Nordwestdeutschland voran. Durch einen Kurzwellentrog, der Rücken im Norden überläuft, wird der Tiefausläufer aktiviert und bringt dann im Nordwesten neben starker Bewölkung (bis ca. 600 hPa) besonders in Schleswig-Holstein auch leichten Regen. Ansonsten ist es in trockener Luft niederschlagsfrei, bei viel Sonnenschein und Temperaturen von 15 bis 20°C. Nur im Nordwesten etwas weniger. In der Nacht zum Sonntag wird aus dem Trog ein Kaltlufttropfen über Dänemark. Er sorgt mit leichten Hebungsimpulsen ganz im Norden (vor allem wieder Schleswig-Holstein bis Hamburg) für etwas Regen. Der Tiefausläufer ist mangels Baroklinität kaum noch zu finden. Eine Feuchteschliere zieht sich aber noch über den Norden Deutschlands und die feuchtere Luft mit tiefer, hochnebelartiger Bewölkung breitet sich bis fast zum Nordrand der westlichen Mittelgebirgen aus. Dort, wie auch südlich der Donau kann sich Nebel bilden, wenn auch die Wahrscheinlichkeit für dichten Nebel im Süden größer ist. Ansonsten ist der Himmel teils bewölkt oder klar, teils überzogen mit Cirren, die wegen des Staubs auch dichter erscheinen können. Die Temperatur geht im Süden, Osten und Teilen der Mitte wieder in den leichten Frostbereich zurück, im Westen und Norden bleibt es meist frostfrei, abgesehen mal von einigen eher lokalen "Kältelöchern". Sonntag... richtet sich der Höhenkeil wieder mehr Nord-Süd aus, vom zentralen Mittelmeer bis Mitteleuropa und zur Ostsee. Der Bodenhochschwerpunkt zeichnet sich deutlicher über Osteuropa ab und der Kaltlufttropfen wird wieder eher zu einem KW Trog und zieht Richtung Oslofjord. Mit der südöstlichen, ageostrophisch östlichen Strömung breitet sich die trockenere Luft wieder in den Nordwesten aus und die hochnebelartigen Wolken, bzw. Nebelfelder ziehen sich Richtung Nordsee und Benelux zurück. Auch der leichte Regen ganz im Norden ist mit Abzug des Höhentroges im Laufe des Nachmittags bald vorbei. Es bleiben ganz im Nordwesten einige Wolkenfelder. Die regionalen Dunst- und Nebelfelder aus der Nacht lösen sich ansonsten auf und danach scheint wieder die Sonne, allerdings immer noch teilweise getrübt durch Staub und Cirren. Die Luft ist nicht nur trocken, sie bleibt auch instabil geschichtet (ohne Relevanz, weil trocken) und sehr mild mit 6°C in 850 hPa, sodass erneut Temperaturen von 15 bis 20°C ins Haus stehen. Der Wind spielt bei der gradientschwachen Lage keine große Rolle. In der Nacht zum Montag ändert sich nichts Grundsätzliches. Das Hoch kräftigt sich, zieht sich dabei aber Richtung Ukraine zurück. Wir liegen in meist trockener Luft, in der sich dennoch durch die kräftige Abkühlung vor allem im Süden und im Mittelgebirgsraum Nebelfelder bilden können. In der Südosthälfte tritt gebietsweise leichter Frost auf, sonst eher lokal. Montag... liegen wir am westlichen Rand einer Hochdruckzone mit Scherpunkt am Schwarzen Meer. Das insgesamt sehr hohe Geopotential weist teils zyklonale Konturen über uns auf, die aber wahrscheinlich keine große Rolle spielen. Nach wie vor wird mit einer schwachen südlichen Strömung sehr milde, instabile Luft herangeführt, die aus Südwesten aber auch langsam etwas feuchter wird. PPW steigt auf 15mm und es wird tagsüber etwas Cape aufgebaut. Alles noch auf sehr moderatem Niveau, dennoch erscheinen im südwestdeutschen Bergland (Schwarzwald, Alb) am Nachmittag ein paar Schauer möglich. Ob es zu den in einigen Modellen (ICON6, IFS) angedeuteten Gewittern reicht, bleibt fraglich. Alles in allem setzt sich aber freundliche, tagsüber ungewöhnliche milde und trockene Frühlingswetter fort. Die Temperaturen ändern sich nur unwesentlich. In der Nacht sind im Südosten einzelne Schauer möglich, gestützt durch einen flachen Trog in der unteren und mittleren Troposphäre. In den Nordwesten kann mit Winddrehung auf Nordwest, hinter einem Bodentrog, wieder feuchte Luft mit tiefer Bewölkung von der Nordsee her eindringen. In den anderen Gebieten kann sich stellenweise Nebel bilden bei örtlich leichtem Frost. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren ähnlich. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner