SXEU31 DWAV 021800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 02.02.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Im Norden und Osten winterlich, teils mäßiger bis strenger Frost. Sonst in der Nacht von Südwesten und Westen auf den Nordwesten übergreifend Regen, teils gefrierend, Unwetter später durch Glatteis nicht ausgeschlossen. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... liegt Deutschland am Rande eines blockierenden Hochs über Skandinavien. Aus diesem Hoch ausfließende arktische Polarluft sorgt im Norden und Osten Deutschlands sowie in weiten Teilen der Mitte für winterliches Wetter mit verbreitet mäßigem, nach Nordosten hin auch strengen Frost. In der Nacht zum Dienstag ist daher im Nordosten, d.h. in Mecklenburg-Vorpommern und in der Nordosthälfte von Brandenburg, erneut strenger Frost bis -15 Grad zu erwarten. Am Rande dieses Hochs legt der Gradient noch etwas zu. An der Küste sind vermehrt Wind- und stürmische Böen, an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind, exponiert sowie über der offenen Nordsee auch Sturmböen Bft 9 aus Ost bis Südost zu erwarten. Zudem kommen auch in den Kamm- und Gipfellagen der nördlichen und östlichen Mittelgebirge Wind- und stürmische Böen aus Ost auf. Dieses Hoch wird von einem Langwellentrog flankiert, der sich vom nahen Ostatlantik zur Iberischen Halbinsel erstreckt. Kurzwellige Anteile, die aus diesem Trog nach Nordosten ablaufen, sorgen im Westen und Südwesten Deutschlands für wechselhaftes Wetter und führen in diese Gebiete vergleichsweise milde Luft. Einer dieser Kurzwellentröge schwenkt über die Pyrenäen hinweg und erreicht bis Mittwochfrüh die Westalpen. Vorderseitige Hebung, die aus einem Zusammenspiel aus positiver Vorticityadvektion und Warmluftadvektion resultiert, lässt in der Nacht zum Dienstag im Südwesten und später westlich des Rheins Niederschläge aufkommen. Oberhalb der Grundschicht erfolgt eine Erwärmung, im 850 hPa-Niveau steigt die Temperatur auf 3 bis 7 Grad. In den bodennahen Schichten sickert dagegen mit einer leicht zunehmenden östlichen Strömung Kaltluft ein, so dass sich, abgesehen von den tieferen Lagen West- und Südwestdeutschlands, leichter Frost einstellt. Als Folge fallen diese Niederschläge in gefrierender Phase. Am wahrscheinlichsten ist dies vom nördlichen Oberschwaben über die Ostalb bis hin zu windgeschützten Tallagen der Mittelgebirge westlich des Rheins. Für diese Regionen wurde eine markante Warnung erforderlich; regional begrenzt ist Unwetter durch Glatteis nicht auszuschließen. Dienstag ... schwenkt der o.g. Kurzwellentrog von den Westalpen in den Westen Deutschlands. Mit diesem greifen die Niederschläge auf den Westen und von dort aus weiter auf den Nordwesten Deutschlands über. Bis gegen Mittag ist in windgeschützten Tallagen der Mittelgebirge westlich des Rheins, danach auch weiter östlich vom Odenwald über den Taunus, das Hochsauerland, Ostwestfalen bis hin zum südlichen Emsland die gefrierende Phase zu erwarten. Dabei besteht regional Unwettergefahr durch Glatteis. Auch hier würde sich eine großflächige markante Glättewarnung anbieten, in welche ggf. regional Unwetterwarnungen genestet werden. Westlich des Rheins setzt dann alsbald Entspannung ein. Weiter östlich, d.h. vom Spessart über den zentralen Mittelgebirgsraum und dem Westerwald hinweg bis zum Rothaargebirge fallen diese Niederschläge durchweg als Schnee, wobei einige, in Staulagen auch um 5 cm Schnee zusammenkommen können. Nordöstlich einer Linie südliches Emsland - Südharz - Oberlausitz bleibt es trocken. In diesen Gebieten sowie in Teilen der Mitte hält sich leichter, im Nordosten, etwa von der Ostsee bis in die Niederlausitz hinein, mäßiger Dauerfrost. Im Westen und Süden erfolgt dagegen im Tagesverlauf ein Temperaturanstieg auf 1 bis 5, in tieferen Lagen West- und Südwestdeutschlands auf 5 bis 9 Grad. An der Küste sowie in den Kamm- und Gipfellagen der nördlichen und östlichen Mittelgebirge ist gegenüber der Nacht zuvor die Windsituation unverändert. An und in den Alpen kommt leichter Föhn in Gang, was zum einen bis weit ins Alpenvorland hinein die Wolken auflockern lässt, zum anderen eine Windzunahme bewirkt. Bis in anfällige Täler hinein sind Windbö en Bft 7, in höheren Lagen Sturmböen Bft 8/9 und auf exponierten Gipfeln schwere Sturmböen bis Bft 10 (100 km/h) zu erwarten. In der Nacht zum Mittwoch schwenkt der Kurzwellentrog in den Norden Deutschlands. Vorderseitige Hebung, die nach wie vor durch Warmluftadvektion genährt wird, lässt die Niederschläge auf den Norden Deutschlands übergreifen. Dabei zeichnet sich vom Ems über Ostwestfalen bis ins südliche Niedersachsen hinein erneut die gefrierende Phase ab. Da die Niederschläge gegen die im Norden und Nordosten Deutschlands liegende Kaltluft anlaufen und in diesen Gebieten der Boden aufgrund vorherigen Dauerfrostes noch gefroren ist, sind Unwetter in diesen Gebieten durch Glatteis wahrscheinlicher als zuvor. Weiter nach Norden und Osten hin dürften diese Niederschläge als Schnee fallen. Dabei können erneut einige, in Staulagen (Harz) auch um 5 cm Schnee zusammenkommen. Im südlichen Niedersachsen dürften die Niederschläge teils als gefrierende Phase mit Glatteis, teils als Schnee fallen. Niederschlagsfrei bleibt es wahrscheinlich nur in Vorpommern, aber auch im Süden und später in der Mitte sind keine nennenswerten Niederschläge mehr zu erwarten. In diesen Gebieten weicht der Gradient auf, so dass es ab dem späten Abend in höheren Berglagen der nördlichen und östlichen Mittelgebirge wahrscheinlich nicht mehr für warnrelevante Böen reicht. Zudem bricht auch an den Alpen der Föhn alsbald in sich zusammen. Sollte es aufklaren, wird sich in der Mitte und im Süden Deutschlands in der feuchten Grundschicht alsbald dichter Nebel bilden. Im Norden Deutschlands kommt die Gradientabnahme noch nicht so recht in Gang, so dass die Windsituation an der Küste gegenüber Mittwoch zunächst noch weitgehend unverändert bleibt. Während im Westen und in Oberrheinnähe kein Frost zu erwarten ist, stellen sich ansonsten Tiefsttemperaturen zwischen -1 und -6, im Nordosten Deutschlands bis -10 Grad ein, wobei es an der unteren Oder und in Vorpommern am kältesten wird. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC Mittwoch ... schwenkt der Langwellentrog, dessen Achse sich bisher zur Iberischen Halbinsel erstreckt hatte, über das westliche Mittelmeer hinweg zur Apenninen-Halbinsel. Kräftige Hebung unmittelbar vor der Trogspitze induziert eine Zyklogenese, wodurch sich südlich der Alpen ein schwaches Tief entwickelt. Hebungsprozesse und die hieraus resultierenden Niederschläge können vorerst noch nicht auf das Vorhersagegebiet übergreifen. Die Niederschläge, die aus dem vorherigen Kurzwellentrog resultieren, dauern bis gegen Mittag noch im Norden Deutschlands an, wobei bis weit in den Vormittag hinein im nördlichen Emsland bis etwa zur Weser noch die gefrierende Phase vorstellbar ist. Danach sollte sich aber auch in diesen Gebieten die Lage entspannen. Mit dem Herausschwenken des bisherigen Kurzwellentroges wird dann auch im Norden Deutschlands der Gradient etwas auseinandergezogen, so dass der Wind allmählich schwächer wird und zum Abend hin an der See nur noch Windböen Bft 7, in exponierten Küstenlagen sowie über der offenen Nordsee noch stürmische Böen aus Ost zu erwarten sind. Abgesehen vom Norden und Nordosten sowie von einigen Regionen Süddeutschlands, in denen sich Nebel und tiefe St-Bewölkung längere Zeit und zum Teil ganztägig halten, kommen größere Auflockerungen, an den Nordwestseiten der Gebirge und am Alpenrand auch sonnige Abschnitte zustande. Im Westen und in tieferen Lagen Südwestdeutschlands steigt daher die Temperatur auf 5 bis 10 Grad. Im Nordwesten, in der Mitte sowie im Süden und Südosten werden 0 bis 4 Grad erreicht. Nördlich einer Linie Emsmündung - Lausitz, in Teilen von Thüringen sowie im östlichen Bergland hält sich leichter, in Vorpommern mäßiger Dauerfrost. In der Nacht zum Donnerstag läuft an dem über der Apenninen-Halbinsel liegenden Haupttrog ein kurzwelliger Anteil heraus, der über dem östlichen Mitteleuropa ansetzt und der hauptsächlich in unteren Troposphärenschichten (850 und 700 hPa) ausgeprägt ist. Kräftige Warmluftadvektion lässt daher im Osten Niederschläge aufkommen und diese auf den Nordosten und Teile der Mitte übergreifen. Meist dürften diese als Schnee fallen, wobei durchaus um 5, in Staulagen (Erzgebirge) bis 10 cm Schnee zusammenkommen können. In der Lausitz ist auch gefrierender Niederschlag mit Glatteis vorstellbar. Wie weit dieser nach Westen ausgreift, ist noch nicht sicher. An der Küste ist der Wind mit Böen Bft 7, in den für Ostwind anfälligen Abschnitten mit stürmischen Böen noch warnrelevant. Im Westen und südlich der Mittelgebirgsschwelle dürfte sich in der feuchten Grundschicht erneut teils dichter Nebel bilden. Der weiter aufweichende Gradient lässt die Luftmasse zur Ruhe kommen, so dass sich abgesehen von einigen tieferen Lagen Westdeutschlands leichter Frost einstellt. Im Nordosten ist erneut mäßiger Frost zu erwarten. Mehrschichtige Bewölkung mit Niederschlägen unterbindet in diesen Gebieten eine Abkühlung in den Bereich strengen Frostes. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Thomas Schumann